Gestern saß ich nach sehr langer Zeit mal wieder beim Webmontag Kiel – eine Veranstaltung, die regelmäßig den digitalen Horizont erweitert und zum Nachdenken anregt. Dieses Mal war es mehr als nur Inspiration, man könnte sagen, es war eine Art Weckruf. Dabei ging es gar nicht in erster Linie um die verschiedenen Vorträge. Was mich gerüttelt hat, was ein Stichwort-Satz aus den Diskussionen: Von den Plattformen zurück ins Netz.
Es ist Zeit, den Fokus zu verschieben.
Über die Jahre hat sich die Kommunikation unmerklich verlagert. Facebook, Instagram, LinkedIn – sie sind zu den Hauptbühnen geworden. Das eigene Blog, einst das digitale Wohnzimmer, wurde zum Nebenschauplatz.
Dabei habe ich selbst einmal (damals noch bei Twitter) gesagt: „Facebook & Co. sind wie Fastfood, Bloggen ist wie selber kochen.“
Inhalte, die nicht perfekt in die Algorithmen passen, verpuffen in den sozialen Medien. Man mietet sich dort nur ein, anstatt wirklich zu besitzen. Man gibt die Kontrolle über die eigenen Inhalte, die Zielgruppe und die Regeln des Spiels ab. Die Plattformen sind darauf ausgelegt, uns so lange wie möglich festzuhalten – ein Umfeld, das dem konzentrierten, tiefergehenden Austausch oft entgegensteht.
Die Erkenntnis ist simpel: Der eigene Blog ist die digitale Heimat.
Deshalb starte ich nun einen Selbstversuch.